Montag, 30. Mai 2011

Serbien ein Land der Freundschaft

Es war nicht einfach auf zu stehen als mein Handywecker am Morgen des 27.05 klingelte. Ich hatte kaum geschlafen trotz aller Erschöpfung, denn alle zwei Stunden fuhr eine Güterlock, voll beladen mit Kohle und unzähligen Wagons, gefühlte 5Meter neben mir vorbei. Tatsächlich musste ich feststellen, dass ganz in meiner Nähe ein Kohlekraftwerk war.

Der Blick aus dem Zelt


Ich wollte nach den letzten Ereignissen nichts wie raus aus Bosnien und so schnell wie Möglich weiter nach Serbien. Aber zuvor noch schnell ausgiebig Frühstücken beim örtlichen Bäcker, schließlich hatte ich den Tag zuvor nichts zwischen den Zähnen gehabt. Nachdem der größte Hunger gestillt war, machte ich einen kurzen Abstecher nach Tuzla schließlich hatte ich deswegen die ganzen Strapazen durchgemacht und fuhr auf kürzestem Wege zu Serbischen Grenze.
Mein Ziel für heute war der Nationalpark Tara, da ich hoffte dort einen Campingplatz und eine Dusche zu finden. In Serbien angekommen folgte die Straße wunderschön dem Flussverlauf.


Kurz hinter der Grenze - der Fluss trennt Bosnien (links) von Serbien


Kurze Pause am Wasser

Ich hatte zuvor noch kleinere Probleme eine Wechselstube zu finden, da Englisch so gut wie keiner  in Serbien sprechen kann. Aber ich hatte Glück und ich fand in einer Ortschaft die auf dem Weg lag eine Möglichkeit meine Euros zu wechseln.  Auch hier hatte ich wieder das Problem einen Campingplatz zu finden und selbst das “ Point it „ Buch mit dem die meisten verstanden was ich wollte, half nicht weiter. Es schien einfach keinen zu geben.
Ich beschloss einfach weiter in den Nationalpark zu fahren und zur Not erneut wild zu campieren. Etwas abseits der Straße grillte eine lustige Truppe Serben  und  da ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hatte blieb ich stehen. Zu meinem Glück sprach einer Englisch! Aber auch er konnte mir nicht weiter helfen, denn von einem Campingplatz wüsste er in dieser Gegend nichts. Ilija erklärte mir das Sie in einem Hotel ganz in der Nähe untergebracht sind.
Ich wollte gerade wieder weiterfahren als einer aus der Gruppe mich auf ein Bier einlud. Begeistert nahm ich die Einladung an hatte ich eine Pause wieder dringend nötig und so wurde in die Mitte der Gruppe gesetzt. Ilija diente als Dolmetscher und wie sich heraus stellte war ich in Gesellschaft lauter Radiologen die ganz in der Nähe eine Fortbildung hatten.
 Wir kamen ins Gespräch und bald hatte ich nicht nur zwei Bier getrunken sondern auch lauter Serbische Spezialitäten auf meinem Teller. Es Serbischen Käse, Grillfleisch, Würstchen, Salate, Gemüse, Brot und vieles mehr ich war im Paradies! Wir aßen, tranken und die Zeit verging wie im Flug, die Suche nach einem Campingplatz hatte ich längst vergessen.


Die Gruppe nach dem Essen


Und noch von der anderen Seite

Von links: Ilija, Mirjana und Nenad

Mirjana und Nenad die einen Sohn in meinem Alter haben waren sehr besorgt als ich meinte, dass ich irgendwo im Park schlafen würde. Sie meinten Sie hätten ein Schlafsofa in ihrem Hotelzimmer und wenn ich wolle kann ich gerne bei ihnen schlafen.
Die anderen machten anfangs noch Witze darüber, überlegten aber dann wie sie mich am besten in das Hotel schmuggeln könnten ohne das die Damen an der Rezeption etwas mitbekamen.
Und so zog mich noch schnell um -schließlich wollte ich nicht auffallen mit meinen verdreckten Motorradklamotten- und folgte dann Nenad zum Hotel Omoria. Dort angekommen parkten wir das Motorrad etwas abseits sodass es nicht gleich ins Auge fällt.
Zwischenzeitlich waren auch die anderen eingetroffen und bildeten um mich eine Traube und so begleiteten Sie mich bis zum Hotelzimmer vorbei an der Rezeption.
Ich bekam gleich ein Handtuch zum Duschen und einen Laptop mit Internet damit ich daheim Bescheid geben kann. Während ich duschen war hatte Mirjana mir das Schlafsofa fertig gemacht. Mensch war das ein Service!
Da ein Großteil meiner Sachen bei Nenad im Auto sicher verstaut waren bekam ich von Ihm noch ein frisches T-shirt bevor ich der Einladung zum Bandkonzert in der zwei aus der Gruppe spielten folgte.


Mein Schlafplatz

 So eine Gastfreundschaft wie hier in Serbien habe ich noch nirgends auf meinen Reisen erlebt. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, weshalb ich Serbien bestimmt irgendwann wieder bereisen werde.
Vor allem dank Ilija, Nenad und Mirjana und den Rest der Truppe die mich so herzlich aufgenommen habe.

Thank you guy`s for your hospitality! I will always remember this day and if someone of you ever came to Germany you are welcome at my place! Serbia is awesome!!!



An die körperlichen Grenzen, bis ans Limit


Donnerstag, 26.05
Ich quälte mich gegen 10Uhr aus dem Bett –es war gestern arg spät geworden und ich fing gleich an zu packen. Es dauerte ungewöhnlich lang bis ich mich für eine Route entschlossen hatte und so war es dann auch schon 12Uhr als ich startklar war.
Ich verabschiedete mich noch recht herzlich und brach dann auf, das Tagesziel Tuzla.

Aufbruch vom Campingpaltz

Da die Karte nicht genau genug und mein Navi schon lange keine Straßen mehr anzeigt, wurden die Straßen immer Haarsträubender.
Erst wurde die Straße kleiner, dann ging Sie in Schotter über, schlängelte sich waghalsig die Berge hinauf, wurde noch enger und bald war ich an den ersten größeren Schlaglöchern und  Rillen von Bächen vorbei. Aber damit man nicht misstrauisch wurde verbesserten sich die Straßenbedingungen zeitweilig wieder, aber schlussendlich wurden Sie immer schlechter.

Anfangs noch recht gut...


Dann etwas schlechter....



Es ging immer weiter rauf...


Der Weg wurde noch schlechter und enger....



Es wurde noch schlechter, aber es war noch ok!



Und ab hier wurde es Wild....



Es wurde immer wieder  richtig steil und matschig...

 Als der Weg zur matschigen Rutschpartie wurde kam ich an meine fahrkönnerischen Grenzen. Der Schlamm wurde tiefer und es ging immer steiler den Berg im zick zack hinab. Einen Meter neben einem, der Abgrund. So rutschte ich den 3km langen Bergpass hinab bis der nun mehr Trampelpfad ein jähes Ende nahm –denn von Straße kann man schon lange nicht mehr reden.
Hier war also kein weiter kommen und so musste ich wohl oder übel zurück! Es dauerte eine gute Weile bis ich es schaffte die Maschine auf der matschigen und schmalen Straße zu wenden und so machte ich erst mal nach den Strapazen eine Pause.

Der Rückweg erwies sich als noch schwieriger als der hinweg. Jetzt war nicht nur die Gefahr des Wegrutschens und des  Ausbrechens der Maschine sonder auch die Problematik genug Schwung zu bekommen um die steilen Matschwege, die ich zuvor nur herunter gerutscht war, wieder hinauf zu kommen. Eine Muskelzerfetzende Quälerei bei knappen 33°C.
Ich war um eine Grenzerfahrung reicher und so wollte ich nur noch auf schnellstem Wege nach Tuzla mich ausruhen und was essen.


Auf dem Rückweg

So nahm ich die Hauptstraßen und kam völlig entkräftet gegen 7Uhr Abends in der Region um Tuzla an. Meine Versuche einen Campingplatz zu finden schlugen fehl und so schlug ich mich in der Nähe des Flugplatzes in die Pampa. Es ging über Bahngleiße und ein Stück alter Teerstraße entlang, in eine Menschen verlassene Landschaft.
Ich kämpfte mich mit dem Motorrad durch knapp 1,3meter hohes Gras, das große kreisförmige Hügel bildete, weiter durch Buschreihen hindurch bis die Maschine stehen blieb.


Meine Spur im Gras - der Blick zurück...

 Durchgeschüttelt stieg ich ab, wollte den Seitenständer ausklappen aber das war gar nicht nötig. Die Honda war bis zur Kette im Sumpf versunken. Fünf Meter vor mir ein verstecktes Wasserloch, was hieß ich musste irgendwie wenden um hier raus zu kommen.
Es war selbst mit aller Kraft kaum ein voran kommen und so brauchte ich für knapp einen Meter über 30min. Kein entkommen in Sicht.

Der unscheinbare Morast...


Die Maschine bewegt sich kein Stück....
 Mit Stecken bewaffnet, die ich unter die Reifen steckte und einem Stück Plane das ich in der Nähe gefunden hatte, pflügte ich die Landschaft um. Es roch nach Benzin, denn die Schwimmerkammer lief bei jedem Sturz aus. Es wurde langsam dunkel und die Strapazen überschritten immer mehr mein Limit, aber ich wollte die Maschine noch vor dem Schalfen gehen aus dem Sumpf haben. Aber die Grashügel machten ein vorankommen schier unmöglich.


Die Sonne verschand und es wurde dunkel

Ich Plügte mir den Weg zurück
 Nach 3std. Quälerei hatte ich die Maschine fast gewendet und so baute ich mir aus den Stecken und der Plane eine Straße zum beschleunigen. Es war dunkel und auch der Scheinwerfer brachte nicht viel, da dieser nicht über das Gras reichte. Ich konnte in der Ferne einen Pflog aus Beton aus machen und dachte das dieser den Weg markierte, den ich auf meinem Streifzug entdeckt hatte.


Mit Stecken und Plane gings voran


Mein Beschleunigungsstreifen

Also gab ich Gas, beschleunigte auf meiner gebauten Straße, schlug mir noch den Kopf an einem dickeren Ast eines Busches – egal einfach weiter Richtung Pflog!
Kurz vor meinem Ziel sah ich das an dieser Stelle kein Gras wuchs und so riss ich die Maschine in letzter Sekunde nach rechts und entkam knapp einem Betonierten Wasserloch, das wie ich jetzt feststellte der Pflog eigentlich markieren sollte. Es hatte genau die Größe das ich mit dem Motorrad darin verschwunden wäre.
Völlig entkräftet und noch im Schock stellte ich das Motorrad einfach ab, baute nur das nötigste zum Schlafen auf, zog meine dreckigen und nassen Sachen aus und legte mich schlafen. Ich war am Ende! Was für ein Tag...

Willkommen in Bosnien-Herzegowina und der Campingplatz -Miris Ljeta Ostrozack


Am Mittwoch den 25.05 ging es in der Früh los nach Bosnien Herzegowina, das erste Zwischenziel Mostar. Aber da ohne Frühstück Garnichts geht, gab es wie die beiden letzten Tage ein halbes Brot mit Butter und Marmelade – genau das Richtige um in den Tag zu starten!
Die Route verlief anfangs wieder ein Stück die Küste zurück, durch die ganzen Grenzposten. Bei Opuzen in Kroatien zweigte die Straße ab und es ging die 9er Bundesstraße bis zur Bosnischen Grenze und dann weiter nach Mostar.
Nach einer kurzen Pause in Mostar entschloss ich der Straße, die am Fluss Neretva entlang führte, weiter in Richtung Konjic zu folgen. Es fing zwischenzeitlich immer wieder an zu regnen und so begab ich mich auf die Suche nach einem Campingplatz. Kurz vor Konjic in Ostrazac war mir das Glück treu und ich erspähte ein Camping Schild aus Holz. 
Der Campingplatz lag direkt am Fluss und wurde von einer Familie geführt. Der Vater von zwei Kindern und Hausherr des Campingplatzes zeigte mir Stolz seine selbst gebauten Campinghütten, die Dusche und Sanitäranlage sowie die Campingstube mit Bosnischen Antiquitäten. Alles selbst gebaut wie er mir versichert. Er ist eigentlich Sänger in einer Band, aber das Basteln sei sein Hobby! Außerdem unterstützt er damit seine Frau die den Campingplatz führt. Zumindest habe ich das so verstanden, denn bis auf ein paar Wörter Englisch verlief die Konversation über Zeichen und Gestik.
Da es wieder angefangen hatte zu regnen baute ich das Zelt schnellst möglich auf und folgte der Einladung in die Campingstube in der mir zwei ältere Frauen Gesellschaft leisteten.
Die eine feuerte sogleich den Kamin an, da Sie sah, dass ich nass geworden war. Wir unterhielten uns wieder einmal mit Gesten und die Frauen erklärten mir sie machen Urlaub in Bosnien und seien eigentlich aus der Türkei.
Später gegen frühen Abend kam der Ehemann der einen Frau und ich wurde zum Kaffee eingeladen.
Nicht lange darauf tauchte auch die ganze Familie die den Campingplatz führte auf und es wurde eine gemütliche Runde mit meinem ersten Bier auf meiner Tour. Vielen Dank für die Einladung!
Am Abend hatte ich dann auch noch Zeit ein paar Blogs nach zu tragen und zu Skypen. Der Campingplatz ein absoluter Tipp für insider!


Der Campingplatz und das Haus der Familie- ganz unten die Campingplatzstube

Traumhafte Lage am Fluss 


Panorama nicht nur für Anglerfreunde



Mein Schlafplatz für diese Nacht



Mein eigender Stromanschluss - Dank tüte bleibt der Laptop trocken!

Sonntag, 29. Mai 2011

Ein Abstecher nach Dubrovnik und meine letzte Nacht in Kroatien

Ausgeruht und nach einem stärkendem Frühstück ging es an dem Morgen des 24.05 in das 60km entfernte Dubrovnik, das ich wie ich von Kees und Pauline erfahren habe, recht schön sein soll.
Wieder einmal hatte die Beiden recht!

Die Altstadt von Dubrovnik 


Die Altstadt von Dubrovnik wurde von der UNESCO um 1980 zum Weltkulturerbe ernannt und zieht mit ihrem Charme unzählige Touristen jährlich an. Da darf ich natürlich nicht fehlen!
Es ging gefühlte tausend Stufen hinauf und hinab, ganau das Richtige nach meiner gestrigen Bergtour!


Stufen über Stufen...



Dann ein großer Platz


und dann noch mehr Stufen...

Hier noch ein kurzer Überblick des Tages als Bildband:


Die Kirche von Dubrovnik



Prachtvolle Mahlereien und Stuckarbeiten



Vor den Toren der Stadtmauern



Der Ausblick von der Burg gegebüber auf die Altstadt!


 Nach 4std. Stadtbesichtigung bei 34°C hatte ich genug und es ging über die ganzen Treppen wieder zurück zum Motorrad.
Auf dem Zurückweg hatte ich noch einen wunderschönen Blick über das Meer.

Der Blick aufs Meer

 Für mich ging es an diesem Tag früh zu Bett, wollte ich doch für die Fahrt am nächsten Tag nach Bosnien Herzegowina fit sein!

Höhen und Tiefen...

Es ist seit meinem letzten Eintrag vor 4 Tagen viel passiert und ich habe noch viel nach zu tragen.
Der letzte Post über meinen ersten Tag in Ston ist nun knapp eine Woche her und ich habe Kroatien längst hinter mir gelassen. Meine Reise ging über Bosnien Herzegowina, weiter durch Serbien nach Montenegro, wo ich nun Zeit und Internet habe, um die erlebten Abenteuer auf zu schreiben.

Aber erst mal zurück zum Montag den 23.05, meinem 2ten Tag in Ston, Kroatien.

Es war gegen Mittag als ich zum Wandern in der traumhaft schönen Bucht von Prapratno, die von zwei Bergen eingekesselt ist, aufbrach. Ich wollte die Bucht umrunden, dabei die zwei Berge besteigen und ein paar schöne Aufnahmen des Panorama`s machen.
Anfangs führte der Weg an der Küste entlang, zweigte dann aber ab in Richtung Gipfel.


Die Küste - Beim Baum führte der Weg rechts hoch

Der Blick zurück zum Sandstrand

Einige hundert Meter weiter traf ich auf einen eher selten gesehenen Bergsteiger.


Was sagt man dazu, eine Schildkröte!
Der Weg führte weiter und bot eine prachtvolle Sicht auf die umliegende Landschaft und das Meer.




Um bessere Aufnahmen machen zu können, verließ ich den Weg. Das Ziel waren einige Felsvorsprünge die ich von der gegenüberliegende Seite erspäht hatte. Wie sich heraus stellte war ohne Klettereinsatz und Sprünge über Schluchten kein weiter kommen.



Hindernisse wo man nur hinsah!


Tja da muss ich runter....


Immer weiter, am Abgrund entlang....


Mein Ziel, der äußerste Felsvorsprung

Angetrieben von dem Höhenfieber ließ ich mich auf das Wagnis ein und sprang, kletterte und schlug mir den Weg zu den Felsvorsprüngen durch.


Angekommen am Ziel, das Siegerfoto!


Also wenn sich das nicht gelohnt hat!


Panorama der besonderen Klasse


Blick in die Bucht


500m weiter auf einem anderen Felsvorsprung

Nach 6std. wandern, klettern und springen war ich um ein paar Schrammen an Beinen und Armen, sowie um drei Zecken reicher. Aber das Panorama war`s wert!
Nach dem abkühlen im Meer und dem selbst gekochten Abendessen ging es für mich auch schon ins Bett, war ich doch geschafft von den Strapazen.