Es war nicht einfach auf zu stehen als mein Handywecker am Morgen des 27.05 klingelte. Ich hatte kaum geschlafen trotz aller Erschöpfung, denn alle zwei Stunden fuhr eine Güterlock, voll beladen mit Kohle und unzähligen Wagons, gefühlte 5Meter neben mir vorbei. Tatsächlich musste ich feststellen, dass ganz in meiner Nähe ein Kohlekraftwerk war.
| Der Blick aus dem Zelt |
Ich wollte nach den letzten Ereignissen nichts wie raus aus Bosnien und so schnell wie Möglich weiter nach Serbien. Aber zuvor noch schnell ausgiebig Frühstücken beim örtlichen Bäcker, schließlich hatte ich den Tag zuvor nichts zwischen den Zähnen gehabt. Nachdem der größte Hunger gestillt war, machte ich einen kurzen Abstecher nach Tuzla schließlich hatte ich deswegen die ganzen Strapazen durchgemacht und fuhr auf kürzestem Wege zu Serbischen Grenze.
Mein Ziel für heute war der Nationalpark Tara, da ich hoffte dort einen Campingplatz und eine Dusche zu finden. In Serbien angekommen folgte die Straße wunderschön dem Flussverlauf.
| Kurz hinter der Grenze - der Fluss trennt Bosnien (links) von Serbien |
| Kurze Pause am Wasser |
Ich hatte zuvor noch kleinere Probleme eine Wechselstube zu finden, da Englisch so gut wie keiner in Serbien sprechen kann. Aber ich hatte Glück und ich fand in einer Ortschaft die auf dem Weg lag eine Möglichkeit meine Euros zu wechseln. Auch hier hatte ich wieder das Problem einen Campingplatz zu finden und selbst das “ Point it „ Buch mit dem die meisten verstanden was ich wollte, half nicht weiter. Es schien einfach keinen zu geben.
Ich beschloss einfach weiter in den Nationalpark zu fahren und zur Not erneut wild zu campieren. Etwas abseits der Straße grillte eine lustige Truppe Serben und da ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hatte blieb ich stehen. Zu meinem Glück sprach einer Englisch! Aber auch er konnte mir nicht weiter helfen, denn von einem Campingplatz wüsste er in dieser Gegend nichts. Ilija erklärte mir das Sie in einem Hotel ganz in der Nähe untergebracht sind.
Ich wollte gerade wieder weiterfahren als einer aus der Gruppe mich auf ein Bier einlud. Begeistert nahm ich die Einladung an hatte ich eine Pause wieder dringend nötig und so wurde in die Mitte der Gruppe gesetzt. Ilija diente als Dolmetscher und wie sich heraus stellte war ich in Gesellschaft lauter Radiologen die ganz in der Nähe eine Fortbildung hatten.
Wir kamen ins Gespräch und bald hatte ich nicht nur zwei Bier getrunken sondern auch lauter Serbische Spezialitäten auf meinem Teller. Es Serbischen Käse, Grillfleisch, Würstchen, Salate, Gemüse, Brot und vieles mehr ich war im Paradies! Wir aßen, tranken und die Zeit verging wie im Flug, die Suche nach einem Campingplatz hatte ich längst vergessen.
| Die Gruppe nach dem Essen |
| Und noch von der anderen Seite |
| Von links: Ilija, Mirjana und Nenad |
Mirjana und Nenad die einen Sohn in meinem Alter haben waren sehr besorgt als ich meinte, dass ich irgendwo im Park schlafen würde. Sie meinten Sie hätten ein Schlafsofa in ihrem Hotelzimmer und wenn ich wolle kann ich gerne bei ihnen schlafen.
Die anderen machten anfangs noch Witze darüber, überlegten aber dann wie sie mich am besten in das Hotel schmuggeln könnten ohne das die Damen an der Rezeption etwas mitbekamen.
Und so zog mich noch schnell um -schließlich wollte ich nicht auffallen mit meinen verdreckten Motorradklamotten- und folgte dann Nenad zum Hotel Omoria. Dort angekommen parkten wir das Motorrad etwas abseits sodass es nicht gleich ins Auge fällt.
Zwischenzeitlich waren auch die anderen eingetroffen und bildeten um mich eine Traube und so begleiteten Sie mich bis zum Hotelzimmer vorbei an der Rezeption.
Ich bekam gleich ein Handtuch zum Duschen und einen Laptop mit Internet damit ich daheim Bescheid geben kann. Während ich duschen war hatte Mirjana mir das Schlafsofa fertig gemacht. Mensch war das ein Service!
Da ein Großteil meiner Sachen bei Nenad im Auto sicher verstaut waren bekam ich von Ihm noch ein frisches T-shirt bevor ich der Einladung zum Bandkonzert in der zwei aus der Gruppe spielten folgte.
| Mein Schlafplatz |
So eine Gastfreundschaft wie hier in Serbien habe ich noch nirgends auf meinen Reisen erlebt. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, weshalb ich Serbien bestimmt irgendwann wieder bereisen werde.
Vor allem dank Ilija, Nenad und Mirjana und den Rest der Truppe die mich so herzlich aufgenommen habe.
Thank you guy`s for your hospitality! I will always remember this day and if someone of you ever came to Germany you are welcome at my place! Serbia is awesome!!!
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