Donnerstag, 26.05
Ich quälte mich gegen 10Uhr aus dem Bett –es war gestern arg spät geworden und ich fing gleich an zu packen. Es dauerte ungewöhnlich lang bis ich mich für eine Route entschlossen hatte und so war es dann auch schon 12Uhr als ich startklar war.
Ich verabschiedete mich noch recht herzlich und brach dann auf, das Tagesziel Tuzla.
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| Aufbruch vom Campingpaltz |
Da die Karte nicht genau genug und mein Navi schon lange keine Straßen mehr anzeigt, wurden die Straßen immer Haarsträubender.
Erst wurde die Straße kleiner, dann ging Sie in Schotter über, schlängelte sich waghalsig die Berge hinauf, wurde noch enger und bald war ich an den ersten größeren Schlaglöchern und Rillen von Bächen vorbei. Aber damit man nicht misstrauisch wurde verbesserten sich die Straßenbedingungen zeitweilig wieder, aber schlussendlich wurden Sie immer schlechter.
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Anfangs noch recht gut...
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Dann etwas schlechter....
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Es ging immer weiter rauf...
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Der Weg wurde noch schlechter und enger....
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Es wurde noch schlechter, aber es war noch ok!
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Und ab hier wurde es Wild....
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| Es wurde immer wieder richtig steil und matschig... |
Als der Weg zur matschigen Rutschpartie wurde kam ich an meine fahrkönnerischen Grenzen. Der Schlamm wurde tiefer und es ging immer steiler den Berg im zick zack hinab. Einen Meter neben einem, der Abgrund. So rutschte ich den 3km langen Bergpass hinab bis der nun mehr Trampelpfad ein jähes Ende nahm –denn von Straße kann man schon lange nicht mehr reden.
Hier war also kein weiter kommen und so musste ich wohl oder übel zurück! Es dauerte eine gute Weile bis ich es schaffte die Maschine auf der matschigen und schmalen Straße zu wenden und so machte ich erst mal nach den Strapazen eine Pause.
Der Rückweg erwies sich als noch schwieriger als der hinweg. Jetzt war nicht nur die Gefahr des Wegrutschens und des Ausbrechens der Maschine sonder auch die Problematik genug Schwung zu bekommen um die steilen Matschwege, die ich zuvor nur herunter gerutscht war, wieder hinauf zu kommen. Eine Muskelzerfetzende Quälerei bei knappen 33°C.
Ich war um eine Grenzerfahrung reicher und so wollte ich nur noch auf schnellstem Wege nach Tuzla mich ausruhen und was essen.
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| Auf dem Rückweg |
So nahm ich die Hauptstraßen und kam völlig entkräftet gegen 7Uhr Abends in der Region um Tuzla an. Meine Versuche einen Campingplatz zu finden schlugen fehl und so schlug ich mich in der Nähe des Flugplatzes in die Pampa. Es ging über Bahngleiße und ein Stück alter Teerstraße entlang, in eine Menschen verlassene Landschaft.
Ich kämpfte mich mit dem Motorrad durch knapp 1,3meter hohes Gras, das große kreisförmige Hügel bildete, weiter durch Buschreihen hindurch bis die Maschine stehen blieb.
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Meine Spur im Gras - der Blick zurück...
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Durchgeschüttelt stieg ich ab, wollte den Seitenständer ausklappen aber das war gar nicht nötig. Die Honda war bis zur Kette im Sumpf versunken. Fünf Meter vor mir ein verstecktes Wasserloch, was hieß ich musste irgendwie wenden um hier raus zu kommen.
Es war selbst mit aller Kraft kaum ein voran kommen und so brauchte ich für knapp einen Meter über 30min. Kein entkommen in Sicht.
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| Der unscheinbare Morast... |
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| Die Maschine bewegt sich kein Stück.... |
Mit Stecken bewaffnet, die ich unter die Reifen steckte und einem Stück Plane das ich in der Nähe gefunden hatte, pflügte ich die Landschaft um. Es roch nach Benzin, denn die Schwimmerkammer lief bei jedem Sturz aus. Es wurde langsam dunkel und die Strapazen überschritten immer mehr mein Limit, aber ich wollte die Maschine noch vor dem Schalfen gehen aus dem Sumpf haben. Aber die Grashügel machten ein vorankommen schier unmöglich.
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| Die Sonne verschand und es wurde dunkel |
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| Ich Plügte mir den Weg zurück |
Nach 3std. Quälerei hatte ich die Maschine fast gewendet und so baute ich mir aus den Stecken und der Plane eine Straße zum beschleunigen. Es war dunkel und auch der Scheinwerfer brachte nicht viel, da dieser nicht über das Gras reichte. Ich konnte in der Ferne einen Pflog aus Beton aus machen und dachte das dieser den Weg markierte, den ich auf meinem Streifzug entdeckt hatte.
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| Mit Stecken und Plane gings voran |
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| Mein Beschleunigungsstreifen |
Also gab ich Gas, beschleunigte auf meiner gebauten Straße, schlug mir noch den Kopf an einem dickeren Ast eines Busches – egal einfach weiter Richtung Pflog!
Kurz vor meinem Ziel sah ich das an dieser Stelle kein Gras wuchs und so riss ich die Maschine in letzter Sekunde nach rechts und entkam knapp einem Betonierten Wasserloch, das wie ich jetzt feststellte der Pflog eigentlich markieren sollte. Es hatte genau die Größe das ich mit dem Motorrad darin verschwunden wäre.
Völlig entkräftet und noch im Schock stellte ich das Motorrad einfach ab, baute nur das nötigste zum Schlafen auf, zog meine dreckigen und nassen Sachen aus und legte mich schlafen. Ich war am Ende! Was für ein Tag...
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